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Manuela Schreiber berichtet über Ausbildung und den anschließenden Einsatz als Beraterin

Manuela Schreiber Ehrenamtskoordinatorin (EAK) aus dem DRK Kreisverband Torgau-Oschatz e.V. hat in der ersten Jahreshälfte 2014 ein zusätzliche Ausbildung zur „Berater/-in Ehrenamt“ über das Projekt „!MitMischen“ durchlaufen. Im Interview erzählt sie, was ihr die Ausbildung gebracht hat und was sie mit dem zusätzlichen Know-How noch erreichen möchte.

Wie war Ihr Weg hin zur Beraterin- Ausbildung?

Ich habe eine kaufmännische Ausbildung absolviert, Berufserfahrung und bin seit 19 Jahren selbst ehrenamtlich in der Politik und Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Seit dem 1. März 2014 bin ich beim DRK Kreisverband Torgau-Oschatz e.V. als Ehrenamtskoordinatorin tätig.

Was hat Sie bewogen die Ausbildung zu absolvieren?

Die Ausbildung „Berater/-innen Ehrenamt“ war ein Wunsch der Verantwortlichen meines Kreisverbandes. Ich selber wollte die zusätzliche Ausbildung auch, um neben meiner koordinierenden Arbeit für die Ehrenamtlichen gleichzeitig eine beratende Funktion für das Ehrenamt übernehmen zu können.

Wie sind Sie auf das Ausbildungsangebot aufmerksam geworden?

Mein Kreisverband war seit 2013 schon als Partnerkreisverband, Bestandteil des Projektes “!MitMischen“. Der Projektmitarbeiter unseres Kreisverbandes, konnte aus beruflichen Gründen dieses nicht mehr weiter wahrnehmen. Ich bin sofort in dieses Projekt eingestiegen. Das Modul I der Ausbildung war zwar bereits im Januar 2014 gelaufen. Jedoch hat mich das Projektteam des LV (Kathleen Markwardt und Benjamin Winkler) schnell mit inhaltlichen Materialien versorgt und durch persönliche Gespräche auf den Kenntnisstand der anderen angehenden Berater/-innen gebracht. So konnte ich mich schnell und gut in die Ausbildungsgruppe integrieren. In welchem Zeitraum haben Sie die Ausbildung absolviert? Die Ausbildung habe ich von März bis Mai 2014 absolviert, ich habe das Modul II und Modul III besucht sowie an beiden Wahlmodulen (Konfliktberatung und Öffentlichkeitsarbeit) teilgenommen. Der Abschluss dieser Ausbildung beinhaltet die Mitarbeit als Beraterin, in einem von drei Praxisprojekten, welches bis Jahresende 2014 abgeschlossen werden soll.

Wie standen Ihre Vorgesetzten zur Ausbildung?

Meine Vorgesetzten stehen voll und ganz hinter dem Projekt „!MitMischen“ und haben mich die ganze Zeit über unterstützt. Unser Kreisverband hat auch eines von drei Praxisprojekten für die „BeraterInnen Ehrenamt“ mit eingebracht (Thema: „Aufwandsentschädigung im Ehrenamt“), welches bis Jahresende 2014 bearbeitet wird.

Was hat Ihnen die Ausbildung gebracht?

Die Ausbildung hat mir persönlich und beruflich sehr viel gebracht, so habe ich verschiedene Methoden der Beratung kennen und anzuwenden gelernt. Eine Beraterin für das Ehrenamt ist man jedoch nicht gleich mit Ende der Ausbildung. Es werden Grundlagen geschult, welche mir Selbstvertrauen geben haben, um Beratungsgespräche führen zu können. Erst wenn man dann sein erlerntes Wissen konkret in der Praxis anwenden kann, wird man seine Funktion als Beraterin im Ehrenamt ständig verbessern.

Wie sieht Ihr jetziges Aufgabenfeld aus?

Meine Hauptaufgabe besteht in der Planung und Koordination der ehrenamtlichen Arbeit im DRK Kreisverband Torgau-Oschatz e.V., dazu gehören u.a. die Förderung und Entwicklung des Austausch von Ehrenamtsstrukturen, Unterstützung und Ausbau vorhandener ehrenamtlicher Angebote und die Erarbeitung von Empfehlungen in der Ehrenamtsarbeit. Die neu dazugekommene zweite Hauptaufgabe ist die Beratung von neuen Ehrenamtlichen sowie die Beratung von langjährigen Ehrenamtlichen bezüglich ihrer Arbeit im DRK Kreisverband und ihrer Fortbildungswünsche. Es wurden von mir Tätigkeitsprofile für einzelne Bereiche der Ehrenamtsarbeit, Leitfäden für Feedbackgespräche und Interessenbögen für Ehrenamtliche weiterentwickelt. Des Weiteren habe ich Wahlordnungen für die Gemeinschaften und Ortsvereine erstellt.

Konnten Sie Gelerntes bereits einbringen?

In meiner täglichen Arbeit werden die Ehrenamtlichen von mir unterstützt, beraten und es werden gemeinsam Lösungen gefunden. Auch Konfliktberatungen habe ich schon angewandt. Ich denke, dass ich sehr viel von der Ausbildung „Berater/-innen Ehrenamt“ als Ehrenamtskoordinatorin anwenden kann. (Vorbereiten und Führen von Erstgesprächen, Willkommens- und Anerkennungskultur, Auswertungs- und Reflexionsgespräche etc.) Bis Jahresende 2014 werde ich einen Workshop vorbereiten, methodisch Untersetzen und diesen auch zum Teil selbst moderieren – damit wird ein weiterer Modulbaustein dieser Ausbildung mit eingebracht werden.

Wie ist Ihr Verhältnis zum Ehrenamt?

Mein Kontakt zu den Ehrenamtlichen ist sehr gut. Sie nehmen mich als Ehrenamtskoordinatorin wahr und fanden sehr schnell den Weg zu mir, um persönliche Gespräche zu führen und ihre Anliegen vorzutragen. In meiner Arbeit als EAK stehe ich für Transparenz, Offenheit und Objektivität. Daher freut es mich, wenn ich unseren Ehrenamtlichen weiterhelfen kann.

Wo sehen Sie den größten Verbesserungsbedarf in Sachen Ehrenamt? Wo sind die Schwerpunkte an denen es in Ihrem KV zu arbeiten gilt?

Für mich persönlich sehe ich den größten Schwerpunkt in der Frage „Warum arbeiten wir - warum arbeitet unser Kreisverband überhaupt mit Ehrenamtlichen zusammen?!“ Hier möchte ich zusammen mit den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Führungskräften ansetzen und ein Leitbild für das Ehrenamt im KV Torgau-Oschatz e.V. erstellen. Ein weiterer Schwerpunkt bei uns ist die Frage: „Wie kann ich die Ehrenamtlichen besser motivieren?“ sowie „die Kommunikationsstruktur“ untereinander noch optimieren?! Wenn diese Grundlagenarbeit beendet ist, kann ich als EAK an neuen spannenden Themenschwerpunkten und Projekten mit den Ehrenamtlichen arbeiten.

Was möchten Sie vor allem bewegen, was sind Ihre Ziele als Ehrenamtskoordinatorin?

Es ist mein Ziel eine positive Zusammenarbeit und eine höhere Zufriedenheit der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter zu erreichen. Ein strukturiertes Ehrenamtssystem zu schaffen, in der sich jeder individuell wiederfinden und weiterentwickeln kann.

Wie stehen die Ehrenamtlichen zu Neuerungen, Verbesserungen?

Die Ehrenamtlichen in unserem KV sind sehr offen gegenüber Neuerungen und Verbesserungen und sehen auch die Notwendigkeit für die neu geschaffene Stelle der Ehrenamtskoordinatorin. Endlich haben sie einen direkten Ansprechpartner, der sich ihrer Probleme annimmt und Lösungen dafür gemeinsam mit ihnen erarbeitet. Grundsätzlich muss man bei einem strukturierten Aufbau, immer darauf achten, dass man alle mitnimmt, aber auch, dass man die Ehrenamtlichen mit Neuerungen und Verbesserungen nicht überfordert. Das heißt für mich als EAK, alles in kleinen Schritten einzuführen und den Ehrenamtlichen die Sinnhaftigkeit dafür zu erläutern sowie ihre Ansichten/Vorschläge mit aufzunehmen und umzusetzen.

Wo sehen Sie das Ehrenamt in Ihrem KV in 5 Jahren?

Der DRK Kreisverband Torgau-Oschatz wird in 5 Jahren über ein strukturiertes Ehrenamtssystem verfügen, in dem alle miteinander zufrieden zusammenarbeiten – es gibt ein gutes Führungskräftetransfersystem. Es kann sich hier jeder individuell entwickeln und nach seinen Interessen dem Ehrenamt nachgehen. Jeder Bereich des Ehrenamtes hat ein klares Profil. Neue Ideen und Impulse entstehen im KV gemeinsam durch eine gute Kommunikationsstruktur. Die zukünftigen Ehrenamtlichen kennen die Angebote des DRK Kreisverbandes Torgau-Oschatz, finden diese auch attraktiv und wollen sich in unserem Kreisverband ehrenamtlich engagieren.

Frau Schreiber, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen viel Erfolg weiterhin bei Ihrer Arbeit!